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Genius Of Modern Music

Im Jahr 1947 erhält Monk dann doch noch seine Chance in Form eines ersten Plattenvertrags. Die beiden jüdischen Emigranten und Jazzliebhaber Alfred Lion und Frank Wolff hatten, Nazi-Deutschland in den 30ger Jahren verlassen und im Jahr 1939 ein unabhängiges Plattenlabel mit dem Namen Blue Note Records gegründet. Nach einigen Jahren, in denen sie eher traditionelle Künstler wie z. B. Sidney Bechet veröffentlichten, hatten die Beiden sich nun stärker dem modernen Jazz zugewandt und stellten Monk als „Genius Of Modern Music“ (so der erste Albumtitel) vor. Dieser Chance zum Trotz blieb Monk der skurrile „Grantler“, der nur seine Musik und seinen „Eigenen Rhythmus“ kennt und noch mit 40 Jahren bei seiner Mutter lebt.

 
 

Die Blue Note Aufnahmen waren leider im gleichen Maß erfolglos, wie Monk’s’ Kompositionen seiner ihrer voraus waren. Eindeutiger Höhepunkt dieser Jahre war jedoch sein Ergebnis im Downbeat-Kritiker-Poll des Jahres 1948, wo er mit 23 Stimmen in die Gruppe der Besten Jazzmusiker des Landes gewählt wurde. Als er im folgenden Jahr keine Stimme bekommt, scheint das Ende seiner Karriere greifbar nah. Äußerlich unverändert, aber innerlich verbittert zieht er sich zurück und isoliert sich zunehmend.

Monk war wie vom Pech verfolgt. Das Jahr 1951 brachte den absoluten Tiefpunkt seiner Karriere. Während einer gemeinsamen Autofahrt mit dem „Junkie“ Bud Powell geriet Monk in eine Fahrzeugkontrolle. Powell steckte ihm ein kleines Päckchen mit Heroin zu, damit Monk es verstecke und wie das Schicksal es wollte, fand die Polizei das Heroin zwischen den Füßen von Monk. Monk muss für 60 Tage in den Strafvollzug, verliert anschließend seine „Cabaret Card“. Der Verlust dieser Karte bedeutete, dass Monk nun in keinem Club auftreten durfte, in dem Alkohol ausgeschenkt wurde. Was für einen Jazzmusiker einem Berufsverbot entsprach.

 
 

Von Prestige zu Riverside

1952 machte die junge Plattenfirma Prestige Monk ein Vertragsangebot. Da er mit Blue Note nicht weiterkam und Lion und Wolff ihn nicht wirklich davon abhalten wollten, nahm er dankend an. Leider musste er feststellen, dass seine neue Firma sich wesentlich weniger für ihn einsetzte als die wirklichen Jazzliebhaber bei Blue Note Records. So sah er, in einem Zeitraum von zwei Jahren, lediglich an sieben Tagen ein Aufnahmestudio von innen. Fünfmal als Bandleader und zweimal als Begleitmusiker. Dieser ungünstigen Situation zum Trotz entstehen sehr gute Aufnahmen mit u. a. Sonny Rollins und dem Label-Star Miles Davis. Finanziell blieb Monk jedoch weiterhin auf der Verliererseite.

 
 

Im Jahr 1955 stirbt Charlie Parker und die großen Tage des Be-Bop sind gezählt. Hard Bop und Cool Jazz sind die angesagten Stile der frühen 50er Jahre. Da Monk auch für Prestige keine Gewinne brachte, wurde er 1955 aus dem Vertrag entlassen und begann von nun an für das kleine Riverside-Label zu arbeiten. Ähnlich wie bei Blue Note, waren die Inhaber von Riverside Records waschechte Fans und boten Thelonious Monk eine sichere Existenz und ein wirkliches künstlerisches Zuhause.

Orrin Keepnews und Billy Grauer, die Direktoren von Riverside, hatten scheinbar nur wenig Interesse am „schnellen Geld“ und wollten den Künstlern die Möglichkeit geben sich langfristig zu entwickeln. Auch von den, im Grunde aus Kostengründen entstandenen, preiswerten Blowing Sessions nahmen sie deutlichen Abstand und legten zeitweise deutlich mehr Wert auf künstlerische Aspekte wie z. B. Komposition und Arrangement.

Riverside stellte Monk endlich die Plattform zur Verfügung, auf der er sich tatsächlich entfalten und „sein Ding“ kompromisslos durchziehen konnte. Historisch betrachtet, sind die Riverside-Jahre die künstlerisch gehaltvollsten der gesamten Laufbahn des Pianisten mit den verzwickten Harmonien und dem merkwürdigen Rhyhtmus.

 

Nach jahrelangem Engagement seiner Freundin Pannonica „Nica“ de Koenigswarter, einer aus der Rothschild Familie stammenden Aristokratin und Förderin der afroamerikanischen Musik, erhält Monk Anfang 1957 seine „Cabaret Card“ zurück und kann erstmalig wieder in den Clubs auftreten.

Nachdem er bei einem Gastspiel des Miles Davis Quintets im Cafe Bohemia Zeuge einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Miles Davis(Star-Trompeter, Amateurboxer und Ex- bzw. Gelegenheitsjunkie) und John Coltrane (aufstrebender Tenorsaxophonist und Junkie) wurde, bot er Coltrane sofort einen Job in seinem eigenen Ensemble an. Coltrane zog sich zurück, befreite sich von der Heroinsucht und kam gestärkt zurück nach New York, um zunächst an Monk’s’ sog. Hausunterricht teilzunehmen und anschließend mit dem neuen Thelonious Monk Quintett im Five Spot aufzutreten. Das Engagement wurde zum grandiosen Triumph für Monk und Coltrane und der Konzertmitschnitt zum Jazz-Klassiker. Weitere große Aufnahmen, u. a. mit Coleman Hawkins und Gerry Mulligan folgten.

 
 

Gegen Ende des Jahres 1957 bekamen Nica de Koenigswarter und Monk wieder Trouble mit der Polizei. Nach einem rassistischen Vorfall in einem Hotel in Delaware befindet ein Gericht den schuldlosen Monk des Hausfriedensbruchs schuldig. Ergebnis: Er verliert erneut seine Cabaret Card. Diesmal wirft ihn der Verlust der Cabaret Card aber nicht zurück. Monk hatte sich mittlerweile wirklich etabliert, seine Kompositionen wurden von der Kritik geliebt, und er nahm weiterhin ein erfolgreiches Album nach dem Anderen auf.

Seiner ersten Orchesteraufnahme in der New Yorker Town Hall folgte eine überaus erfolgreiche Gastspielreise nach San Franciso, nebst weiteren Live-Einspielungen und einem Soloalbum. Der Tenorsaxophonist Charlie Rouse war zu diesem Zeitpunkt fester Bestandteil der Monk’schen Bands geworden und trug, durch seine zurückhaltende, disziplinierte, einfühlsame Art, maßgeblich zum anhaltenden Erfolg bei. Man mag ihn zwar nicht so recht mit seinen Vorgängern wie z. B. Sonny Rollins, John Coltrane oder Johnny Griffin vergleichen, aber als Partner war er kongenial und die musikalische Partnerschaft zu Monk hatte einige Jahre bestand, was in Jazzkreisen durchaus selten ist.

 

 

 
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