header header header3  
header5 HomeBiografieDiskografieLinksKontakt
  Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4

 

Minton’s Playhouse

Nach der Tournee kehrte Monk heim zur Mutter und der New Yorker Szene. Seinen Unterhalt bestreitet er mit Gelegenheitsjobs in Bars und Tanzschuppen und arbeitet der Freizeit an seinen eigenen musikalischen Vorstellungen. Während dieser Zeit freundet Monk sich mit einigen der künftig wichtigsten Persönlichkeiten des Jazz an: dem Schlagzeuger Kenny Clarke, dem Pianisten Bud Powell und dem Trompeter Dizzy Gillespie.

 
 

Dieser Freundeskreis traf sich um 1940 regelmäßig in „Mintons Playhouse“, einem Jazz-Club auf der 118ten Straße in Harlem. Hier bekamen auch die Nachwuchsmusiker die Chance ihr Können unter Beweis zu stellen und Ihre Ideen zu präsentieren. Um den Musikern für ihre Sessions immer eine Rhythmusgruppe bieten zu können, gab Clubbesitzer Henry Minton Thelonious Monk, Kenny Clarke und Bassist Nick Fenton einen dauerhaften Arbeitsvertrag und schaffte dadurch eine der Grundvoraussetzungen für die spätere Entstehung des Be-Bop.

Monk und Clarke wurden zum musikalischen Kern des Minton’s, zu dem immer häufiger auch Dizzy Gillespie, Charlie Christian, Don Byas und Art Blakey stießen. In den, bis in die Morgenstunden andauernden, Sessions entwickelten die jungen Musiker zunehmend ihre eigenen Konzepte und kultivierten einen neuen Jazzstil, der später als Be-Bop in die Musikgeschichte eingehen sollte. In den damals üblichen „Battles“, in denen die Musiker gewissermaßen um die Wette improvisierten, unterlagen die großen Stars wie der Trompeter Roy Eldridge oder auch der Tenorsaxophonist Lester Young oftmals den jungen „Be-Bop-Cats“, deren Tempo einfach zu hoch, und deren reharmonisierte Versionden der Standards zu vertrackt waren.

Dizzy Gillespie beschreibt in seiner Autobiografie „To Be Or Not To Bop“, dass Kenny Clarke und Thelonious Monk zum Rückrad des Be-Bop wurden: „Clarke lieferte das rhythmische Fundament und Monk die komplizierten Akkordfolgen. “

Im Jahr 1939 trat der Altsaxophonist Charlie Parker, damals noch Mitglied der Jay McShann-Band aus Kansas City, erstmalig im „Big Apple“ auf. Seine musikalische Entwicklung schien in eine ähnliche Richtung zu verlaufen, wie die der Jungen Musiker aus dem Minton’s. Im folgenden Jahr spielte Parker wieder in New York und sorgte durch sein revolutionäres Spiel gleich für ein entsprechendes Aufsehen in den Jazzkreisen. Gillespie und Clark hörten sich den Newcomer an und nahmen ihn gleich mit ins Minton’s Playhouse. Der Durchbruch des Be-Bop war, wie wir heute wissen, nur noch eine Frage der Zeit.

Thelonious Monk setzte sich in den Kopf, von nun an nur noch von seiner Musik leben zu dürfen, tingelt von Club zu Club, spielt Klavier und schläft, ganz gleich wo er sich befindet, einfach ein wenn er müde wird. Durchaus auch auf der Bühne hinter dem Klavier. An dem, für den Be-Bop typischen Geschwindigkeitsrausch auf der Basis von einfachen Standardkompositionen wie „I Got Rhythm“, ist er nicht im geringsten interessiert. Er beginnt stattdessen damit eigene Themen zu komponieren, zu dieser Zeit entsteht z. B. Round Midnight, einer von vielen Monk-Klassikern, die heute zum Standardprogramm der Jazzmusiker zählen, und zieht sich Schrittweise aus Der Be-Bop-Szene zurück.

An seine Stelle tritt sein Freund Bud Powell und wird zum Prototypen der Be-Bop Pianisten schlechthin. Der Be-Bop hatte sich mittlerweile im ganzen Land durchgesetzt und die Bands bekamen regelmäßige Engagements außerhalb New Yorks. Monk hatte keine Lust sein Viertel zu verlassen, blieb daheim und arbeitete an seinen Kompositionen und wurde nur selten als Musiker gebucht. Wenn in den Jahren1944/45 der Tenorsaxophonist und Monk’s Freund, Coleman Hawkins, in die Stadt kam und dieser ihn für Konzerte und Aufnahme-Sessions in seine Band nahm, waren das die wenigen Ausnahmen. Monk wurde vom Publikum nicht besonders akzeptiert. Hawkins berichtet von einem Auftritt im Onyx-Club:

„Damals hatte sich etwas fürchterliches zugetragen. Das Publikum lehnte Thelonious völlig ab und ich wurde jeden Abend gefragt, wann ich mir denn endlich einen echten Pianisten leisten würde.“

Da Monk niemals zu musikalischen Kompromissen bereit war, sein Stil aber das Publikum überforderte, fand er in jenen Jahren nur selten Arbeit. Über den Erfolg seiner Weggefährten aus dem Minton’s wurde er zunehmend vergrämt, denn was die Achtung für die Leistungen der Be-Bop Väter betraf, ging er leer aus. Er blieb zu hause, komponierte und trug seinen Gästen seine Arbeiten vor. Es waren vor allen junge Musiker, die Ihn besuchten und seinen Ausführungen zuhörten. Monk beschrieb diese Treffen als eine Art „Hausunterricht“, in welchem er jungen Musikern ausschließlich durch sein Vorspielen und das konzentrierte zuhören der Gäste, seine Stücke beibrachte. Das sollte sich später noch auszahlen, denn so wurde eine stattliche Zahl von Nachwuchsmusikern, unter ihnen Miles Davis und Sonny Rollins, mit der zugegebenermaßen komplizierten Musik vertraut und waren in der Lage sie auch öffentlich Aufzuführen.

 

Thelonious trat recht schnell in die Öffentlichkeit. Er begleitete den Kirchenchor der hiesigen Baptistengemeinde, in welchem auch seine Mutter sang und verdiente sich die ersten Sporen als Tanzmusiker auf Parties. Auch sein Interesse am Jazz wuchs. Duke Ellington, Fats Waller, Earl Hines und ganz besonders, dem in der Nachbarschaft wohnenden, James P. Johnson galt sein Interesse.

Mit 17 Jahren schmiss er die High School um mit einer Evangelistin und „Wunderheilerin“ auf eine ausgedehnte Tour durch die USA zu gehen. Neben Monk bestand die Begleitband dieser Dame aus einem Trompeter, einem Saxophonisten und einem Drummer. Wenn sie in einer Stadt gastierten, fand Thelonious immer schnell Anschluss an die örtliche Jazz-Szene und spielte nach Feierabend auf diversen Jam-Sessions.

Kansas City wurde zu einer wichtigen Station auf dieser Reise, denn dort lernte Monk die Pianistin Mary Lou Williams kennen, die er mit seinem Pianospiel offensichtlich beeindrucken konnte.

„Er benutzte zwar noch viele Standardtechniken, spielte aber schon damals seinen eigenen Stil. Seine modernen Harmonien waren schon da.“

 

 

 
      Home  |  Biografie  |  Diskografie  |  Links  |  Kontakt   zurückSeite 1Seite 2Seite 3Seite 4weiter